Grande Librairie Internationale de Marseille, 4. Februar 2026, Ich lese: "La Crèche" |
Merci a toute.s!!!
Kunst, Kultur und Zeitgeschehen
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Les Ateliers d'écriture créative Brigitte Brami présentent les textes de Ute BRÖNNER et plus
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Neuerscheinung Juli 2025 Mit 4 literarischen Texten von mir auf Französisch éditions unicité, Paris 310 Seiten, 25 €, broschiert |
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| Beilage der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 11. Mai 2025 |
Und dazu ein wenig Geschichte:
2008 erschien Julia Friedrichs, Gestatten: Elite. Im Mai des selben Jahres erblickte dieser Blog das Licht der Welt:
... ob diese Partei, die jetzt soviele gewählt haben, tatsächlich in der Lage ist, über die Bitterkeit und den Schmerz über gescheiterte Ehen und zerbrochene Familien hinwegzutrösten... also ich glaube es ja nicht.
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| Ingeborg Bachmann, Das dreißigste Jahr, Seite 116, Piper, München, 2. Auflage 1999 |
" ...Vorurteile - die Rassenvorurteile, Klassenvorurteile, religiösen Vorurteile und alle anderen - bleiben ein Schimpf, selbst wenn sie durch Belehrung und Einsicht schwinden. Die Abschaffung von Unrecht, von Unterdrückung, jede Milderung von Härten, jede Verbesserung eines Zustandes hält doch noch die Schimpflichkeit von einst fest. Die Schändlichkeit, durch das Fortbestehen der Worte festgehalten, wird dadurch jederzeit wieder möglich gemacht. "Keine neue Welt ohne neue Sprache".
Ingeborg Bachmann, Das dreißigste Jahr, Seite 116, Piper, München, 2. Auflage 1999
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| Ute Brönner, silk screen printing on textile in the process of making, July 2023 |
Derzeit arbeite ich in der Druckwerkstatt des Künstlerhauses Bethanien in Berlin-Kreuzberg an einem neuen Werk: Die Abbildung eines Demonstrationsbanners anlässlich der Demonstration am 5. Juni 2023 gegen das geplante Abschiebezentrum am BER, Flughafen Berlin-Brandenburg. Die klimatischen Rahmenbedingungen der Demonstration: Circa 30 Grad im Schatten und sengende Hitze in praller Sonne.
Der
Protest, der weit außerhalb des Stadtzentrums von Berlin, vor dem bestehenden Abschiebegefängnis und neben dem
Rollfeld des Flughafens, dort, wo das neue Abschiebezentrum durch die Brandenburger Regierung gebaut werden soll, stattfand, wird dadurch auf neue Weise im Kontext der urbanen (Kultur-) Diskussion sichtbar
gemacht.
Die genaue Durcharbeitung, die Liebe und Fürsorge, mit der das Banner gemacht ist, versetzten mich in bewunderndes Staunen und haben mich dazu veranlasst, ihm ein Kunstwerk zu widmen und es im Kontext des Protestes wiederum auf Textil zu drucken. Die Gegenstände, mit denen das Banner auf dem rissigen Beton, der glaube ich noch aus DDR-Zeiten stammt, fixiert ist, zeugen weit draußen in einem Irgendwo aus Baracken und Stacheldraht von Menschlichkeit: Wasser sowie benutzte Teller, aus denen vor Kurzem von irgendjemandem aus der Demo gegessen wurde.
Das Banner wird die Größe 110x150 cm haben und in Schwarz-Weiß gedruckt. Die Buchstaben werden in Rot hervorgehoben.
Ich kann die Größe dieses Drucksiebes nicht alleine bewältigen. Zu groß, zu schwer. Das geht nur gemeinschaftlich. Mit Hilfe. Auch beim Ausschneiden und Isolieren der Buchstaben mit Skalpellen, als Vorbereitung für die beiden Drucksiebe, hatte ich heute Hilfe. Wir führten während der Arbeit leise Gespräche, u.a. auch über den Protest. Wir entdeckten immer neue Dinge im Motiv und fanden es zunehmend vielschichtig: Die Menschlichkeit im Vordergrund, die Risse im Beton sowie den Stacheldraht, die Polizeifahrzeuge und das bestehende Abschiebegefängnis im Hintergrund.
Die Ausschneidearbeit und das anschließende Fixieren der Buchstaben in der richtigen Anordnung auf einer Folie erfordern Präzision und Geduld. Die Leute in der Druckwerkstatt blieben immer mal wieder stehen und erkundigten sich, wie wir vorankommen. Und ich dachte bei all dem, dass dieses abgebildete Banner höchstwahrscheinlich genau so entstanden ist: in gemeinschaftlicher Handarbeit irgendwo in Berlin auf einem großen Tisch, begleitet von Gesprächen und hin und wieder vielleicht heiterem Lachen und Kaffeepausen.
Nächste Woche beginne ich mit dem Druck.